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Nach 82 Jahren zurück in der Heimat

von Jürgen Schnabel 2 Min. Lesezeit

Nach 82 Jahren zurück in der Heimat

Historischer Abendmahlskelch und Patene kehren nach Bistritz zurück

Ein bewegendes Kapitel siebenbürgisch-sächsischer Geschichte hat ein besonderes Ende gefunden: Ein silberner Abendmahlskelch und die dazugehörige Patene sind nach 82 Jahren nach Bistritz zurückgekehrt. Die beiden wertvollen liturgischen Gegenstände, die während des Zweiten Weltkriegs von der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft in Sicherheit gebracht wurden, haben nun wieder ihren Platz in der Evangelischen Kirche in Bistritz gefunden.

1944 vor den Wirren des Krieges gerettet

Die Geschichte der beiden sakralen Gegenstände reicht zurück in das Jahr 1944. Als die Bistritzer Sachsen im Zuge der Kriegsereignisse ihre Heimat verlassen mussten, nahmen sie auch besonders wertvolle kirchliche Gegenstände mit. Dazu gehörten der silberne Abendmahlskelch und die Patene, die für die Feier des Abendmahls verwendet werden.

Die Gegenstände sollten vor Zerstörung, Verlust oder Beschlagnahmung bewahrt werden. Gemeinsam mit den Menschen gelangten sie nach Deutschland. Dort fanden sie im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg einen sicheren Aufbewahrungsort. Über mehr als acht Jahrzehnte wurden sie dort sorgfältig konserviert und bewahrt.

Ein historischer Tag für die Evangelische Kirche in Bistritz

Am 1. November 2026 war es schließlich so weit: Nach 82 Jahren kehrten der Kelch und die Patene nach Bistritz zurück. In der Evangelischen Kirche fand aus diesem Anlass ein besonderer Gottesdienst statt, bei dem die beiden liturgischen Gegenstände feierlich gesegnet wurden.

Pfarrer Andreas Hartig bezeichnete die Rückkehr als einen historischen Tag. Die beiden Gegenstände kehrten an den Ort zurück, an dem sie einst entstanden waren, und sollen nun wieder im Dienst der Kirchengemeinde stehen.

Dabei gehe es nicht nur um die Rückgabe wertvoller kirchlicher Kunstgegenstände. Der Kelch und die Patene erinnerten auch an die Geschichte der Gemeinschaft, an den Glauben der Vorfahren und an die Bedeutung des christlichen Glaubens für das Leben der Siebenbürger Sachsen.

Mehr als nur zwei historische Gegenstände

Die Rückkehr des Abendmahlskelchs und der Patene ist ein schönes Zeichen dafür, wie eng Geschichte, Glaube und Heimat miteinander verbunden sind. Was vor über 80 Jahren aus Sorge um den Erhalt kirchlicher Werte gerettet wurde, ist nun wieder dort, wo es hingehört.

Die beiden Gegenstände erzählen von einer Generation, die ihre Heimat verlassen musste, aber wichtige Zeugnisse ihrer religiösen und kulturellen Identität bewahrte. Dass diese nun wieder in der Evangelischen Kirche in Bistritz zu sehen und im Gottesdienst zu verwenden sind, ist ein besonderer Moment für die heutige Gemeinde und für die gesamte siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft.

Manchmal sind es gerade solche Gegenstände, die uns daran erinnern, woher wir kommen und was frühere Generationen für den Erhalt unseres kulturellen und religiösen Erbes getan haben.

Ein Stück Heimatgeschichte ist nach Bistritz zurückgekehrt.

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